Und so fing alles an...
Ein Kollege
meinte zu mir: "Ein Röhrenverstärker, das
wäre doch mal was für dich".
Ja, aber die Zeit. Und die Kosten. Woher soll ich das Chassis nehmen?
Er sagte, Chassis, Abdeckkappen für die Trafos,
Drehknöpfe aus
Messing, das alles wäre kein Problem und er könnte es
mir herstellen.
Auch zwei 6L6 und einen Netztrafo aus einer Musiktruhe hatte er
übrig. Ich war natürlich sofort begeistert und nahm das Angebot an.
Er
bohrte und lackierte das Chassis, ein anderer Bekannter machte die Seitenteile
fertig, und dann packte er alles in eine Kiste und schickte sie mir.
Die Ausgangsübertrager besorgte er günstig und
schickte sie auch mit.
In der Zwischenzeit hatte ich mich um die Elektronik
gekümmert, diverse Kleinteile besorgt und alles vorbereitet.
So kam das Chassis dann hier an, die Unterseite war noch leer:
Die Seitenteile sind Mahagoni-gebeizt und mit Zaponlack lackiert.
Dass der Netztrafo extra gekühlt ist, liegt daran, dass er
vorher
in einem anderen Verstärker in Verwendung war. Der brauchte mit seinen 8
Röhren so viel Strom, dass der Trafo extrem heiß wurde.
Bei meinem Verstärker
ist die zusätzliche Kühlung nicht nötig und
der Lüfter abgeklemmt.
Ich machte mich daran, die Elektronik zusammenzubauen. Am Anfang sah es
noch übersichtlich aus:
Hier
ist es fertig verdrahtet. Man beachte auch die beiden 820 µF
Kondensatoren für die Spannungsglättung.
(Bild
anklicken für größere Version)
Die Endkontrolle kam zu dem Ergebnis:
Die Kathodenwiderstände der ECC waren mit 1 kΩ zu niedrig
gewählt.
So waren sie zwar in der ursprünglichen Schaltung vorgesehen,
aber es
verzerrte. Getauscht gegen 2,2 kΩ - läuft.
Aufgrund der nicht so gut passenden Übertrager AÜ15
(nicht für
Anodenstrom-Vorbelastung geeignet) kam unterhalb von 100 Hz nicht viel.
Leider sind die passenden AÜs (A10) sehr teuer und nicht gut
zu
bekommen.
Mit angeschlossener Gegenkopplung hat er doch einiges an Bass zu bieten. Nachdem die Heizung einseitig auf Masse
gelegt war, war sämtlicher Brumm verschwunden.
So
sieht der Verstärker im Dunkeln aus.
Dies ist mein bisher schönstes Projekt gewesen, einen ganz
herzlichen Dank an alle Beteiligten!