Degen DE1103 (2010)


Betriebsarten UKW (76-108 MHz), LW/MW/KW (100-29999 kHz)

Der DE1103 wurde vielerorts empfohlen und als Empfangswunder bezeichnet. Der Preis liegt bei ca. 55 Euro (direkt aus Hong Kong), alternativ kann man ihn auch in Deutschland für den dreifachen Preis kaufen. Mitgeliefert sind ein Netzteil mit Eurostecker, 4 Akkus, Kopfhörer, ein Lederbeutel und eine Wurfantenne. Die Akkus können direkt im Gerät geladen werden, die Ladedauer muss manuell (1-23 Stunden) eingestellt werden.

degen de1103


Der DE1103 kann einen durchgehenden Bereich von 100-29999 kHz empfangen, auf UKW von 76-108 MHz. Mit einem Trick sind auch Frequenzen unterhalb von 100 kHz möglich, siehe unten.

Die Frequenz kann entweder über die Zahlentastatur unterhalb der Skala oder über das Abstimmrad auf der rechten Seite eingestellt werden, auch automatische Sendersuche ist möglich.
Das Display zeigt die aktuelle Empfangsfrequenz, Lautstärke und Signalstärke an. Der untere Teil der Skala simuliert eine analoge Anzeige, tatsächlich sind es aber nur Striche, die ganz grob die eingestellte Frequenz zeigen und bei ausgeschaltetem Gerät verschwinden. Die Analog-Skala ist in 12 Bereiche unterteilt (UKW, MW, 10 x KW). Innerhalb dieser Bereiche kann die Frequenz über das Abstimmrad eingestellt werden, wird das Ende eines Bereichs erreicht, springt die Frequenz wieder an den Anfang des Bereichs. Ein anderer Bereich kann über die Tasten Band+/Band- angewählt werden. Um Frequenzen außerhalb dieser 12 Rundfunkbänder zu empfangen, muss die Frequenz direkt über die Zahlentastatur eingegeben werden. Auch SSB-Empfang ist möglich.



Der Empfang ist im gesamten AM-Bereich sehr gut, auf Mittelwelle kommen viele Sender auch tagsüber klar rein, die mit anderen Geräten nur zu erahnen sind. Auf Kurzwelle verhält es sich genau so. Die umschaltbare Bandbreite ist ein weiterer Pluspunkt.
Auf UKW besitzt der Degen eine hervorragende Empfindlichkeit, allerdings keine gute Trennschärfe. Ich habe deshalb schmalere Filter (130/80 kHz) einbauen lassen. Was damit möglich ist, ist unter "FM-Scans" zu sehen. Viele Sender im Abstand von nur 0,1 MHz lassen sich einwandfrei trennen, auch direkt neben sehr starken Frequenzen sind Empfänge möglich.

Auf der linken Seite des Geräts befinden sich der Anschluss für die Wurfantenne, ein Lokal/DX-Umschalter, ein Kopfhöreranschluss und der Anschluss für das Netzteil (8V DC). Auf der rechten Seite sind das Multifunktionsrad, Bandbreitenschalter, SSB-Feinabstimmung, Line-Out-Anschluss und Displaybeleuchtungs-Schalter zu finden.

                            


Erweiterung des Empfangsbereichs / Antennenumschaltung


Es ist mit dem DE1103 möglich, auch Frequenzen unterhalb von 100 kHz zu empfangen. Dazu muss man folgendermaßen vorgehen:

1. Über die Tasten 21951 kHz einstellen (2 - 1 - 9 - 5 - 1 - BAND+)
2. Gleichzeitig BAND+ und BAND- drücken. Der Suchlauf nach unten beginnt.
3. Nichts drücken, solange der Suchlauf läuft, das dauert etwa 15 Minuten. Der Degen hält bei starken Sendern kurz an.
4. Sobald der Suchlauf unterhalb von 100 kHz angekommen ist, muss er sofort mit dem Rad gestoppt werden. Jetzt sieht das Display z.B. so aus:



Damit man nicht jedesmal den Suchlauf abwarten muss, sollte man eine Frequenz im "versteckten" Bereich, z.B. 50 kHz, abspeichern. Dazu einfach STORE gedrückt halten, Speicherposition mit dem Drehrad auswählen, STORE kurz loslassen und nochmal kurz drücken. Unterhalb von 100 khz gibt es nicht viel Interessantes zu empfangen, in erster Linie den Zeitsender DCF77 auf 77,5 kHz (SSB-Modus).

Der oben beschriebene "Trick" hat allerdings noch einen weiteren Nutzen. Normalerweise ist unterhalb von 1710 kHz die Ferritantenne aktiv, man kann also für Mittel- und Langwelle keine externe Antenne benutzen. Wählt man allerdings seine eingespeicherte Frequenz unter 100 kHz an, und dreht dann mit dem Rad in den MW-Bereich, ist die Stabantenne aktiv. Das kann u.U. zu deutlich besserem Empfang führen - einfach mal ausprobieren.

Es gibt auch noch einen Weg, Frequenzen oberhalb von 30 MHz mit dem DE1103 zu empfangen, allerdings ist mir das bisher nicht gelungen.