Dieses Röhrenradio habe ich bei Ebay für 25
Euro
ersteigert. Gebaut wurde es im September 1939.
Restauriert:
Vorher:
Als ich das Gerät
bekam, brummte es
nur ganz leise. Das
magische
Auge EFM11 war sehr verbraucht und zeigte zudem überhaupt
keine
Reaktion. Die EL11 hatte Luft gezogen. Das
Gerät war jedoch 100% im Originalzustand.
Also erstmal: Kondensatoren tauschen...
Bei den Kondensatoren habe ich nicht einfach nur die neuen Ersatztypen
eingebaut, sondern getarnt. Das heißt: die neuen
Kondensatoren in den alten Hüllen versteckt. Hier gibt es eine
Anleitung
zum Kondensatoren tarnen. Auch den Sammelblock (0,5
µF + 0,5 µF + 1
µF) habe ich neu gefüllt, ebenso den Netzelko (2 x 8
µF). Dafür waren 550/600 Volt Elkos notwendig.
Hier ist das Chassis komplett mit neuen
Kondensatoren
bestückt:
Dann wurde noch die EL11 ersetzt - und dann spielte es
auch schon wieder! Der Klang ist nicht überragend, aber
für
Sprache durchaus angenehm. Das Gehäuse habe ich in folgenden
Schritten überarbeitet:
Zunächst habe ich das gesamte Gehäuse mit Aceton
abgebeizt.
Das Furnier war durch den sehr dunklen Lack kaum erkennbar.
Dann habe ich das
Gehäuse, um den
ursprünglichen Farbton zu erreichen, in "Nussbaum dunkel"
gebeizt.
Leider ist die Färbung nicht gleichmäßig,
aber das
fällt nicht auf. Hier ist das gebeizte Holz, noch unlackiert,
zu
sehen:
Zum Abschluss habe ich mich
für
eine sog. Ballenmattierung entschieden. Bei diesem Verfahren wird die
Flüssigkeit mit einem Ballen (T-Shirt o.Ä.)
aufgebracht, sie
trocknet sofort und ist nach wenigen Minuten ganz trocken. Ich habe
etwa 8 Schichten aufgebracht, mit jeder Schicht wird die
Oberfläche glatter und glänzender. Spiegelglatt wird
sie
jedoch nicht, ich denke so sieht es auch besser aus:
Und hier das fertige
Gerät. Ganze
14 Monate hat es vom Kauf bis zur Fertigstellung gedauert. Im Vergleich
zum Alter des Geräts, etwa 900 Monate, ist das nicht allzu
viel.
Hier ist ein Film über die Herstellung von
Mende-Radios im Jahre 1939 zu sehen.