Kondensatoren
Kondensatoren sind oft das Hauptproblem in einem Röhrenradio.
Wenn
das Gerät nicht nur als Deko dienen, sondern auch
funktionieren
soll, sollten unbedingt alle Teerkondensatoren und Elkos
(Elektrolytkondensatoren) geprüft bzw. getauscht werden.
Auch wenn ein Gerät "spielt", scheinbar tadellos funktioniert,
sind trotzdem zahlreiche defekte Bauteile sowie - bei längerem
Betrieb - Folgeschäden zu erwarten.
In folgendem Foto ist das Chassis eines Geräts von 1951/52 zu
sehen. Alle schlechten Kondensatoren sind rot markiert. Es handelt sich
ausnahmslos um Papierkondensatoren mit Teerverschluss an den Seiten.
Hier braucht man garnicht prüfen, sie sind zu 99% defekt.
Die grün markierten Kondensatoren sind
Styroflex-Kondensatoren. Diese sind, wie auch Keramikkondensatoren,
fast immer in Ordnung.

So oder so ähnlich sehen Teerkondensatoren aus:


Nimmt man die Hülle ab, sieht man den Wickel. Er besteht aus zwei
Metallstreifen, den beiden Elektroden, die durch eine sehr dünne
Papierschicht, das Dielektrikum, getrennt sind. Heute nimmt man
statt Papier Kunststofffolie. Dieser Kondensator stammt von 1934 und
war mit Wachs "abgedichtet":

Hier gibt es eine ausführliche
Liste der guten und schlechten Kondensatoren.
Kondensatoren
tauschen
Zunächst schreibt man alle Kapazitätswerte
und Spannungswerte von den schlechten Kondensatoren ab. Anhand der erstellten Liste werden die
neuen Kondensatoren bestellt. Bezugsquellen finden Sie unter "Links".
Als Ersatz werden moderne Folienkondensatoren (MKS, FKP, etc...)
eingebaut, vorzugsweise axiale Typen. Elkos mit kleiner
Kapazität sollten auch durch Folienkondensatoren ersetzt
werden,
da diese eine (fast) unbegrenzte Lebensdauer haben.
Bei den Kapazitäten sind geringe Abweichungen (0,047
µF statt 0,05 µF) meistens hinnehmbar, zumal die
alten Kondensatoren Toleranzen von bis zu 20% hatten. Sollte ein genauer
Wert benötigt werden, lässt sich dies durch
Parallelschaltung
mehrerer Kondensatoren erreichen (Kapazität
addiert sich).
Dann
tauscht man die Kondensatoren einzeln
aus.
Also nicht: erst alle raus, dann alle rein. Bei Elkos unbedingt auf die
Polarität achten! Es empfiehlt sich, immer nach 2-3
getauschten
Kondensatoren einen Funktionstest durchzuführen, um eigene
Fehler
direkt zu entdecken.
Entstörkondensatoren im Netzteil (gängige Werte sind 5 oder 10 nF) können ersatzlos abgeknipst werden.